Leserbrief Als „Atomkraft“ nach Glück und Wohlstand klang


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Leserbrief zum BNN-Artikel: Südwestecho, 22.1.2020

Als „Atomkraft“ nach Glück und Wohlstand klang

Von der Aufarbeitung der Geschichte des Kernforschungszentrum (KFZ) Karlsruhe in einer zweitägigen Veranstaltung mit Kurzvorträgen habe ich mir viel versprochen – leider vergeblich. Sylvia Kotting-Uhl von den Grünen war die Einzige, die Tacheles geredet hat – aber sonst? Im Gegenteil: Der Leiter des KIT-Archivs kommt sogar ins Schwärmen, wenn er Bilder mit heißen Zellen oder Behälter mit abgebrannten Brennstäben sieht und Berge von Atommüll in Glaskokillen und Fässern. Zudem wurden kritische Nachfragen am 1. Tag abgeblockt und erst am nächsten Tag unter anderer Leitung gestattet.

Die Aufarbeitung der Geschichte des KFZ stellt natürlich eine paradoxe Anforderung an die Veranstalter (ZAK, KIT-Archiv) dar, weil sie Teil des KIT sind und weisungsbefugt einen gemeinsamen Präsidenten über sich haben. Sie müssten eigentlich zugeben, dass eine objektive Abarbeitung des Themas nicht möglich ist und sagen: Genau das machen wir nicht, das muss jemand von außen tun.

Müsste da nicht das Land BW mit dem Präsidenten Klartext reden, damit vielleicht ans Licht käme, dass es bereits in den 90ger Jahren einige gab die tendenziell nicht kernenergiefreundlich waren und früh an alternative Energien geforscht haben? Dass Störfälle an der Tagesordnung waren und Kernenergie Kritiker wie z.B. Prof. Dr. rer.nat. Dr. h.c. Frederic Vester (jahrelang Gastdozent im KFZ Karlsruhe, der die radiobiochemischen Kurse im KFZ mit ausbaute und störende „Nebenwirkungen“ der Kernenergie ausplauderte) durch Schmähschriften der Gesellschaft für Reaktorsicherheit mbH mundtot gemacht werden sollte?

Klar ist doch der Zwiespalt: Entweder man veröffentlicht auch kritische Sachverhalte gegen die Kernenergie, dann kriegt man vom Präsidenten einen auf den Deckel, weil das KIT Stakeholder in Sachen Kernenergie war, oder man bringt nur positive Sachen über die Kernenergie, dann sagen alle Leute, ja, was soll aus Karlsruhe sonst schon kommen.
Weil alle Forschungsinstitute in einem KIT-Rahmen unter einem Präsidium stehen, können sie nicht, gleichsam einem investigativen Journalismus, Untersuchungen nachgehen und Geschichte schreiben – oder?

https://www.zak.kit.edu/kfk.php

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