„Heilung durch den Geist“, Autor: Stefan Zweig

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Gebundene Ausgabe

Anbei ein Leserbrief zu Ihrem Artikel „Ein ziemlich wunderliches Spektakel“ in der BNN vom 1.10.2001 in der Rubrik „Aus der Region“.

Ihr Artikel stellt unausgesprochen die Frage ob es sich bei dem "Guru" um einen Wunderheiler oder um einen Scharlatan handelt und lÀsst die Antwort offen, um was es tatsÀchlich geht. Dass es noch eine dritte Möglichkeit gibt, nÀmlich die der Selbst- bzw. Fremd-Hypnose möchte ich im Folgenden darlegen. Da ganz abgesehen von diesem speziellen Fall in den Medien immer wieder Àhnliche Geschichten mit ebenso offenem Schluss Verbreitung finden, verleiht der KlÀrung der Sachelage eine weitere Tragweite.

In Ihrem Artikel ĂŒber den „Guru, Wunderheiler, Scharlatan“ stehen so viele Informationen, dass es fĂŒr mich offensichtlich scheint, was hier Sache ist. Dem Guru werden von seinen AnhĂ€ngern „wundersame KrĂ€fte“ zugesprochen. Er schafft es so auf seine AnhĂ€nger zu wirken, dass „Trauer, UnglĂŒck oder Krankheit keinen Platz mehr hĂ€tten“, „ob da eine höhere Macht im Spiel ist“, fragen manche. „Lassen Sie sich einfach Hilfe zukommen, dann werden VorgĂ€nge in gang gesetzt sagen seine (Guru) Leute“. "Aha" denke ich. Das erinnert mich doch an was. „Musik erklingt .... Bilder werden hochgehalten .... und dann passiert - nichts!“. Trotzdem: „Manche (der Teilnehmer) haben ein verklĂ€rtes LĂ€cheln im Gesicht“, einer behauptet „mir ist warm geworden“. „Selbst LĂ€hmumgen, Allergien und Tumore sollen schon verschwunden sein“ laut Bericht. Dann endlich: „In seinen (Guru) Veröffentlichungen ist zu lesen, dass durch seinen Blick eine Art Energie zu den Menschen fließe und die, die sich dafĂŒr öffnen, könnten diesen positiven Fluss nutzen.“

So jetzt ist die Sache doch eindeutig fĂŒr mich. Leider findet der Leser keinen Hinweis wo die Sache langgehen könnte. Immerhin scheint mir der „Guru“ bekennender als der Texter.

Um mein VerstĂ€ndnis in dieser Sache verstĂ€ndlich zu machen möchte ich erwĂ€hnen, dass ich durch einen Zufall vor einigen Jahren von den öffentlichen Vorlesungen von Herrn Prof. Peter Sloterdijk (heute Rektor in der Hochschule fĂŒr Gestaltung Karlsruhe) in der Badischen Landesbibliothek (Karlsruhe) erfahren habe. Dort habe ich ĂŒber mehrere Semester hinweg regelmĂ€ĂŸig teilgenommen und trauere wie wohl viele meiner Kommilitonen/innen dieser wunderbaren Zeit nach. Ich habe mich oft gefĂŒhlt wie die Athener die vor ĂŒber 2000 Jahren den kritischen Reden von Sokrates auf den Straßen zuhören durften. Trotz der Tatsache, dass ich mich noch nie mit Philosophie beschĂ€ftigt hatte und die Themen oft hochkomplex waren, habe ich doch in dieser Zeit sehr viel gelernt.

Auch die Verbindungen der Philosopie mit der Psychologie waren in einem Semester das Thema.
Dort wurde berichtet, wie ein Arzt namens Franz Anton Mesmer im 18. Jahrhundert (zu Goethes Zeiten) eine unglaubliche Entdeckung machte. Er vermochte es Menschen von bestimmten Krankheiten zu heilen, indem er sie mit einem Hufeisenmagneten bestrahlte. Ganz bestimmte Krankheiten z. B. den Somnambulismus (MondsĂŒchtige Schlafwander), die Hysterie und andere Krankheiten konnten geheilt werden. Die Therapie nannte Herr Mesmer den „Tierischen Magnetismus“. Obwohl Herr Mesmer bis zu seinem Lebensende mit dem Magnetismus experimentierte und obwohl er unzĂ€hligen Menschen half ihre Krankheit zu besiegen, war es ihm nicht vergönnt herauszufinden, wie nun dieser von ihm entdeckte "Tierische Magnetismus" wirkt. Auch wurde er von der Schulmedizin nicht anerkannt, obwohl es viele AnhĂ€nger seiner Therapie gab zu der auch Goethe zĂ€hlte. Die AnhĂ€nger wurden Mesmeristen genannt.

Über Umwege gelang das Wissen ĂŒber die Anwendung des "Tierischen Magnetismus" nach Amerika. Dort fiel es einer Frau namens Mary Baker-Eddy in die HĂ€nde, die nun ihrerseits die heilende Wirkung des Magneten dazu nutzte, Menschen von sich abhĂ€ngig zu machen. Sie sprach den KrĂ€ften des Magneten höhernen MĂ€chten zu mit denen Sie angeblich in Verbindung stand. So sammelten sich GlĂ€ubige um Sie, sodass es nicht lange dauerte bis Sie eine Sekte grĂŒndetete. NatĂŒrlich ging es dabei um viel Geld das Sie ihren AnhĂ€ngern aus der Tasche zog. Warum der Magnet solch unglaubliche KrĂ€fte besaß, wußte Sie auch nicht. Frau Baker-Eddy grĂŒndete, ob ihres enormen Zuspruchs an GlĂ€ubigern ihrer ĂŒbersinnlichen FĂ€higkeiten, dann die „Christian Science“ Sekte die es heute noch gibt und weltweit aktiv ist.

Erst viele Jahre spĂ€ter und auch durch die Forschungsarbeiten u.a. von Sigmund Freud - der ĂŒbrigens nicht deshalb so hoch geschĂ€tzt wird, weil er eine spezielle psychologische (teils umstrittene) Therapie entwickelt hat, sondern weil er die Psycholologie ĂŒberhaupt als erster Mensch wissenschaftlich formuliert hat, Ă€hnlich Neil Armstrong der als erster Mensch den Mond betreten hat - kam man der Sache auf den Grund.

Es wurde herausgefunden, was es mit dem "Tierischen Magnetismus" auf sich hatte: Franz Anton Mesmer hatte, ohne es zu wissen, die Hypnose entdeckt.

Dies alles und vieles mehr können sie nachlesen in zwei wunderbaren, spannenden, aufregenden und aufrĂŒttelnden BĂŒchern:

- "Heilung durch den Geist", Stefan Zweig, ISBN-978-3-10-097052-7, 20,- Euro
- "Der Zauberbaum, Die Entstehung der Psychoanalyse im Jahr 1785", Peter Sloterdijk, ISBN 978-3-518-37945-5, 9,50 Euro

Zum Schluß muss ich doch staunen und mich wundern, wie manches wirklich wichtige Wissen, das uns die Welt nĂ€her bringt und heimelig statt unheimlich macht jahrhunderte lang, selbst in der aufgeklĂ€rten westlichen Welt, nur in der Literatur und nicht in den Massenmedien auf Entdeckung wartet.


Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Wolfgang Oberacker

5.10.2009

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