Leserbrief zu 50Jahre ITU


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Leserbrief zu Ihrem Artikel "Hauptquartier der Nuklear-Polizei" vom 22.11.2013 BNN Karlsruhe Aus der Region

„Grundlagenforschung ... Karlsruher Nuklidkarte .... Sicherheitsforschung ... Nuklearpolizei ... Standortfaktor für Karlsruhe ... Mediationsprojekt ..... ITU-Neubau“. Das sind die Stichworte, die man im BNN-Artikel zum 50jährigen Jubiläum des ITU in Eggenstein-Leopoldshafen liest   das hört sich ja ganz gut an. Kritische Bemerkungen wie: „Keine“ Einrichtung der Atomindustrie ..., bei umliegenden Gemeinden hält sich die Begeisterung in Grenzen ..., Aufgrund von Bedenken musste beim ITU Neubau nachgebessert werden ... trüben allerdings das Bild vom sauberen Forschungslabor.
Tatsächlich ist es so, dass trotz des in Deutschland beschlossenen Atomausstiegs im ITU kräftig an der nächsten Generation Atomkraftwerke geforscht werden darf. Das Ganze auch noch mit dem Segen der baden-würtembergischen grünen Bundesregierung. Täglich wird trotz Filter aus den Kaminen (über 35 gibt es auf dem Gelände) das gefährliche radioaktive Plutonium ausgestoßen   leider nicht zum Wohle unserer Gesundheit   denn nur ein einziges eingeatmetes Plutoniumteilchen kann Lungenkrebs auslösen. Außerdem lagern riesige Mengen von höchstgefährlichen radioaktiven Stoffen in deren Räumen.
Leider glaubt man im ITU immer noch wie in den 50er Jahren, dass mit der Kerntechnik das Energieproblem der Zukunft gelöst werden kann und der radioaktive Abfall mit den neuen Atomkraftwerken der Generation IV kein so großes Problem mehr darstellt. Wenn schon nicht Deutschland (oder doch?), dann sollen andere Länder mit ITU-Technik (neue Brennstoffe) beglückt werden.
Ich frage mich immer wieder, wie können wir den Wissenschaftlern die Geschichte der Atomenergie ins Gedächtnis rufen. Haben sie immer noch nichts dazugelernt, und wann lassen sie die Finger weg von neuen Reaktoren?
Durch mittlerweile unzählige Berichte sind wir informiert über die schädliche Gewinnung des Urans, über die Herstellung waffenfähigen Plutoniums oder über Länder, die sorglos mit radioaktiven Materialien umgehen. Verseuchte Luft, Boden und Wasser in der Nähe kerntechnischer Anlagen (auch Forschungseinrichtungen), erhöhtes Risiko von Krebserkrankungen, besonders von Kindern, und vieles mehr zeigt die unschöne Seite menschlicher Erfindungsfreude und macht deutlich, dass nicht nach allem geforscht werden sollte, wozu der Mensch in der Lage ist.
Deshalb mein Appell an die „Nuklear-Polizei“: Nehmen Sie Ihre Aufgabe ernst und verhindern Sie weitere Forschungen im ITU, die den Atomausstieg in Deutschland verhindern oder verzögern wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Oberacker



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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 31. März 2021 im Shop aufgenommen.

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