Leserbrief: Verglasungstechnik beeindruckt Besucher


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Leserbrief zu Ihrem Artikel "Verglasungstechnik beeindruckt Besucher" vom 9.8.2012 BNN Hardt Ausgabe
 "Mehr als 9000 Menschen arbeiten am KIT ... Sicherheitsforschung für die Lagerung radioaktiver Reststoffe beschäftigt eine ganze Abteilung ...  wie der als Atomsuppe bekannt gewordene nukleare Flüssigmüll entsorgt wurde erklärt Günter Roth ... am Modell der Verglasungsanlage ... Eine beeindruckende Anlage, die die Besucher auf mehreren Ebenen besichtigen. Das Thema Verglasung hat mich besonders interessiert, sagt ..... Die Ausstellung zur Reaktorgeschichte ist sehr spannend, befindet .... Auch Walter R. aus Friedrichstal hat es der FR2 angetan, des ersten in Deutschland geplanten, gebauten und mehr als 100.000 Stunden betriebenen Reaktors ..."
Das Ganze liest sich wie eine Erfolgsgeschichte deutscher Ingenieurkunst zum Wohle der Menschheit und mit Stolz auf die geleistete Arbeit. Begeisterte unter sich, die trotz der bekannten Probleme mit der Atomtechnik und der Abfallproblematik ganz und gar diese "antiquierte" Technik bewundern.
Beleuchtet man das Thema von einer anderen Seite, steht das ehemalige Kernforschungszentrum in einem anderen Licht da. Zu Beginn der Forschungen in den 50er Jahren glaubten viele noch, dass mit der Kerntechnik das Energieproblem der Zukunft gelöst werde und dass aus einer "Handvoll" radioaktivem Abfall kein Entsorgungsproblem entstehen könnte. Schnell wurde jedoch klar, dass das reine Illusion bzw. gezielte Desinformation war. Auch wurde immer beteuert, dass ein nuklearer Unfall, der GAU, rein statistisch, höchstens alle "hunderttausend Jahre" stattfinden kann.
Heute jedoch weiß man mehr, welches Elend diese Technik über die Menschen, Tiere, Pflanzen und die ganze Welt bringen kann: Spätestens mit Harrisburg und Tschernobyl brach der Glaube an die "sichere" Atomtechnik zusammen, seit Fukushima ist klar, dass der "größte anzunehmende Unfall" (GAU) auch in Hochtechnologieländern – also auch jederzeit in Deutschland oder Frankreich - eintreten kann. Klar ist auch seit Asse, welche Gefahren vom Atommüll ausgehen und dass der atomare Müll niemals beseitigt werden kann (auch nicht durch Verglasung). Durch mittlerweile unzählige Berichte sind wir informiert über die schädliche Gewinnung des Urans, über die Herstellung waffenfähigen Plutoniums oder über die Verseuchung ganzer Landschaften in Ländern, die sorglos mit radioaktiven Materialien umgehen. Die Liste der zerstörerischen Effekte der Kerntechnik ist lang: verseuchte Luft, Boden und Wasser in der Nähe kerntechnischer Anlagen (auch Forschungseinrichtungen), erhöhtes Risiko von Krebserkrankungen besonders von Kindern und vieles mehr zeigt die unschöne Seite menschlicher Erfindungsfreude und macht deutlich, dass nicht nach allem geforscht werden sollte, wozu der Mensch in der Lage ist. Auch im 20sten Jahrhundert gab es Erfindungen, über die wir nicht stolz sein müssen.
Ich denke, wir sollten das Thema Kernenergie "ad acta" legen und uns neuen Aufgaben widmen, von denen wir mit Stolz den kommenden Generationen berichten können. Damit könnten wir der Welt zeigen, was in uns steckt und uns darüber freuen, mit gutem Beispiel vorangegangen zu sein.
 


Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Oberacker


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Dieser Artikel wurde am Montag, 01. April 2019 im Shop aufgenommen.

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