Leserbrief: Ein Baum ist mehr als ein Baum


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Leserbrief zu Ihrem Artikel vom 20.1.2012: "Bringt der Kahlschlag das ersehnte Wachstun?".

Sehr geehrte Damen und Herren, über den Abdruck des folgenden Leserbriefes würde ich mich freuen.

Wie im südamerikanische Regenwald verfolgen wir nun auch bei uns die aktuelle Naturzerstörung durch Kahlschlag z.B. vom Birkenwäldchen beim Technologiepark Karlsruhe und dem Pappelwald an der Rheinfähre Leopoldshafen.
Ins Gedächtnis rufen möchte ich, dass ein Wald die Basis unseres Wirtschaftsraumes ist indem er zum Gleichgewicht unserer Ökosysteme beiträgt und entscheidend den Wert einer Hochkultur bestimmt (von sporadischem Rohstoffabbau abgesehen).
Abgesehen vom reinen Materialwert produziert ein Baum durch Photosynthese Sauerstoff und bindet CO2 und trägt damit zum "gewaltigen Sauertstoff-, Kohlenstoff- und Wasserkreislauf der Biosphäre bei". Die Wälder dienen der Ernährung von Wildtieren und Pflanzen wobei früher das Fällen von Bäumen (die Früchte trugen) unter Strafe stand. In einem Wald gibt es gegenüber Brachland das ca. 2,5 fache an Tierarten ( z.B. 40-50 Vogelarten). Ein Baum dient mithilfe seines Wurzelwerks als Wasserspeicher und verhindert die Verödung eines Landes, ernährt durch die in den Boden abgegebenen Nährstoffe die Bodenlebewesen (z.B. 2500 Würmer/Baum auf ca.10x10m). Bei der immer wichtigeren biologisch orientierten Technik bietet der Baum Innovationspotential für unzählige Erfindungen.
Der Wald stellt durch seinen organischen Abfall den Anfang der Nahrungskette mit seiner Humusbildung dar, leistet eine Abschirmwirkung durch Wind-, Lärm- und Sichtschutz, besitzt eine filternde bzw. entgiftende Wirkung von z. B. Abgasen, Staub, Smog sogar Radioktivität, bietet lebenswichtigen Erosions-, Geröll-, Straßen- oder Lawinenschutz und schafft hunderttausende Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft. Auch sei der Erholungswert des Waldes mit seinem Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe erwähnt und dass der Wald erheblich zur Stablisierung der Landwirtschaft beiträgt.
Summa summarum "repräsentiert ein erwachsener Baum von 100 Jahren im Laufe seines Lebens einen volkswirtschaftlichen Wert von rund 260.000 Euro und damit fast das 2000fache seines bloßen Holzwertes" ("Quelle": Vester, Ein Baum ist mehr als ein Baum, 1985).
Zuletzt möchte ich festzustellen, dass ein Baum außer seinem volkswirtschaftlichen Leistungungsvermögen die Fähigkeit besitzt "Schönheit, Geborgenheit, Schutz und Lebenskraft, ja eine brüderliche Beziehung zu uns Menschen auszustrahlen".
Blickt der Mensch (homo sapiens sapiens) in seine 2 Millionen Jahre alte Geschichte zurück müßte ihm doch klar sein, dass nicht die Natur den Menschen braucht sondern umgekehrt.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Oberacker

Anzahl:

  • Artikelnummer: 523008


Dieser Artikel wurde am Montag, 01. April 2019 im Shop aufgenommen.

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