Leserbrief BNN 21.8.2017: Atomforschung


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Sehr geehrte Damen und Herren, anbei ein Leserbrief zu den Atomtagen in Karlsruhe. Im Anhang ein aktuelles DLF Interview mit Michael Sailer (Ökoinstitut) - Moderator der ITU (heute JRC) Mediation in Leopoldshafen / Linkenheim. Dies war der Startschuß (mit Ökosiegel) für die forcierten Forschungen an der 4. Generation Atomkraftwerke in Linkenheim. Herr Meinel vertrat im Mediationsprozess die Genehmigungsbehörde im Umwelt Ministerium Baden-Württemberg. Herr Meinel, Herr Sailer, UM Untersteller waren früher alle zusammen im Ökoinstitut tätig.
Über einen zeitnahen Abdruck in den BNN würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank im voraus.

Dramatische Entwicklung in der Atomforschung.
Die letzten drei Beiträge zu den Atomtagen in Karlsruhe haben mir den Teufelskreis der Atomforschung und die dramatische Situation, vor allem hier in Leopoldshafen/Linkenheim, aufgezeigt. Hier wird an einer neuen Technologie geforscht: Neue Reaktoren der 4. Generation in kompakter Bauweise sollen die Welt mit Strom, aber auch mit atomwaffenfähigem Material versorgen und weiteren  Atommüll hinterlassen.
Alles geschieht unter den Deckmantel der „Sicherheitsforschung“. In Wahrheit geht es aber um Thorium-Flüssigsalzreaktoren der 4. Generation; diese bieten nun die einfache Möglichkeit, bei der Atomstromgewinnung ohne Umwege kontinuierlich waffenfähiges Uran 233 „abzuzapfen“, das u.a. kostengünstig die Erneuerung des veralteten Atombombenpotentials ermöglicht. Der Umweg über die heutige extrem schwierige und teure Technologie mit schnellem Brüter fällt dann weg, das Weiterverbreitungsrisiko (Proliferation) steigt.
Als Sahnehäubchen zu diesem Wahnsinn werden parallel auch noch kleine mobile Atomkraftwerke (SMR) entwickelt, die dann auch in Entwicklungsländern dezentral „günstigeren“ Atomstrom als bisher, einschließlich weiteren Atommülls, produzieren sollen.   Unvorstellbar,  wenn dieses Horrorszenarium Realität wird und diese Technologie unkontrollierbar bald auch kleine Staaten einschließlich Terrorstaaten zu Atomwaffenstaaten aufsteigen lassen – dank unseren Atom-Freunden am KIT-Nord, dem JRC (vormals ITU) und anderen.
Aber man will ja mitspielen im Kreis der großen Atommächte und liefert dabei mit den Flüssigsalzreaktoren eine der gefährlichsten zivilen Technologien, die je entwickelt wurden! Ich meine, das sollte es in Deutschland, das aus der Atomtechnik bis 2022 angeblich ausgestiegen ist, nicht mehr geben, und diese Forschung muss hier verboten werden.
Dass Herr Meinel vom Grünen Umwelt-Ministerium in Stuttgart die Gefahren eines Fluges mit der Gefahr gleichsetzt, radioaktive Aerosole beim Abbau der Atommeiler zu inkorporieren oder radioaktives Material (nach dem 10uSv-Konzept), das auf Hausmülldeponien im Laufe der Zeit in Boden und Grundwasser gelangen kann, aufzunehmen, war eines Wissenschaftlers und Grünen Politikers nicht würdig. Einen Aufruf der Deligierten des Deutschen Ärztetages 2017, dies nicht zu tun, beurteilte er nur abwertend.
Einziger Lichtblick für mich (außer dem Informationsgewinn) war, dass das Forum junger Schüler nicht mehr nur wie 2015 auf sichereren Atomkraftwerken bestand, sondern eindeutig Wissenschaft und Politik auf die kurzfristigere Umstellung auf regenerative Energien und dem Abwenden von der Atomtechnik und deren potentiellen Gefahren forderte.
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Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Oberacker

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  • Artikelnummer: 520096


Dieser Artikel wurde am Dienstag, 18. September 2018 im Shop aufgenommen.

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